Es geht in die (hoffentlich) wohlverdienten Ferien. Ich wünsche allen schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr. Es wird mir sehr wahrscheinlich nicht möglich sein, Kommentare in den kommenden zwei Wochen freizusschalten, also entweder nix schreiben oder sich in Geduld üben
(Ich könnte jetzt natürlich auch ganz spitzfindig sein und stundenlang recherchieren, wie man die Kommentarfunktion für den gesamten Blog (ich werd mich nie mit dem Artikel DAS anfreunden, bei mir heissts DER blog und mir ist es egal, ob ich mich als „Neuling“ oute) deaktiviert, aber … ich hab keine Lust dazu. Bye Bye!
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Von Khalil Breuer, erschienen am 12.12.2009 in der Islamischen Zeitung:
„Nur ein Fünftel der Bevölkerung ohne Sorge vor Islam-Ausbreitung“, solche bedenklichen Meldungen sind im Grunde ein beachtlicher Propagandaerfolg der Islamgegner. Ein Sieg der politischen Bildung sind diese trüben Einsichten jedenfalls nicht. Das herrschende Erkenntnisverfahren in Sachen Muslime ist nicht nur absolut subjektiv, geschweige denn wissenschaftlich fundiert; es wird auch von einer groben Assoziationslogik bestimmt. Inzwischen weiß ein großer Teil der Bevölkerung tatsächlich nicht mehr, was der Islam ist und verknüpft auch bizarre Einzelfälle mit den Gesetzen des Islam.
Die gewaltige Dialektik gegen die Muslime kaschiert nicht nur die Diskriminierung der deutschen Muslime, sondern untermauert gleichzeitig den Machtanspruch auf die Definitionshoheit, was aus Sicht der Mehrheit, ein „guter“ Muslim oder der „wahre“ Islam künftig noch ist. Wird ein guter Muslim etwa der sein, dessen Bekenntnis keine öffentliche und inhaltliche Relevanz mehr beansprucht? Mit dem unbestimmten Begriff des „Islamismus“ verfügt die Mehrheitsgesellschaft im Umgang mit Andersdenkenden bereits über eine gnadenlos wirksame Sanktions- und Ausgrenzungsmaßnahme.
Politische Trittbrettfahrer mit Kanierreknick tun ihr übriges: Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach nimmt inzwischen, wenn auch gegen die Logik der alten abendländische Tradition der Vernunft sogar ausdrücklich „diffuse“ Ängste auf; nämlich dann, wenn sie gegen die Muslime gerichtet sind. Die um ihre politische Existenz kämpfenden CDU Populisten versuchen so, das Gefühl der Heimatlosigkeit zu nutzen, unter dass Teile des eigenen konservativen Klientel in Globalisierungszeiten zunehmend leiden.
Aber geht es wirklich um den Islam? Nein!
Unsere „condition humaine“ in Europa wird heute bekannterweise ökonomisch, nicht etwa politisch oder religiös bestimmt. Die dramatischen Auswirkungen des Primat des Ökonomischen werden aber nur langsam bewusst. Die politische Klasse sieht sich noch gerne als der alte Hüter der Verfassung. Ob sie das heute wirklich noch ist, wird sich aber in erster Linie im Machtkampf mit der globalen Finanztechnik und seinen mächtigen Lobbyisten zeigen. Keine Sicherheitsbehörde in Deutschland und keine politische Partei hat den verfassungswidrigen „Coup de Banque“ der Landesbanken bemerkt, auf dessen soziale Folgen der neue rechte Extremismus gedeihen wird.
Selbstredend sollten wir Muslime auch in Drucksituationen gelassen bleiben. Allerdings wäre eine Gelassenheit, die nicht mit Lethargie verwechselbar ist, willkommen. Wichtiger denn je ist die Auflösung national definierter Parallelgesellschaften und das aktive Zugehen auf die Mehrheitsgesellschaft. Eine schlichte Zumutung ist leider der so genannte Koordinationsrat der Muslime, angeblich der Einheit und dem Wohlergehen der Muslime verpflichtet, aber bisher ohne jede erkennbare Strategie und mit wenig Aktivitäten, die „koordiniert“ werden müssten. Mit lebloser Bürokratie und einigen Presseerklärungen kann der Image-Gau der Muslime sicher nicht abgewendet werden.
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Von Dr. Sabine Schiffer, gefunden auf al-sakina.de (Auszug):
Gott sei Dank gibt es Islam und Muslime – sonst müssten wir uns nämlich mit unseren eigenen Problemen beschäftigen! Man stelle sich vor, wir sollten daran gehen, die Ideale der Aufklärung zu verwirklichen?! Etwa die Gleichstellung von Mann und Frau – und nicht nur die der Frau. Viel einfacher ist es da, auf „die muslimische Frau“ schlechthin zu verweisen, auf deren Conditio humana, die kontinenteübergreifend, soziale und geografische Faktoren ausblendend, angeblich überall völlig gleich ist.
Wie gut, dass wir in diesem Zusammenhang über Islam und Scharia diskutieren können, statt es tatsächlich angehen zu müssen, wie die Benachteiligung von Frauen weltweit und im individuellen Einzelfall denn tatsächlich anzupacken sei. Übrigens auch bei uns sind bestimmte Wunschvorstellungen solche geblieben – ob mit oder ohne anders lautenden Gesetzen – und teils erreichte Errungenschaften sind zudem wieder rückläufig. Führen wir einmal zwei Argumentationsstränge zusammen, die da heißen „Emanzipation bedeutet Berufstätigkeit“ und „Akademikerinnen verweigern das Kinderkriegen“, dann wird schon einmal ein Teil der Misere deutlich.
Das unbewusste Ablenkungsmanöver auf „die dort“, die freilich wie alle anderen Menschen auch unser Mitgefühl verdienen, lenkt leicht ab von der Situation hier und vor allem von den Möglichkeiten, die systemischen Unterdrückungsstrukturen zu durchbrechen, die weltweit die Mehrzahl von Frauen als nichtbeachtete Arbeitskraft ohne Ansehen halten und oft als rechtlose Untergebene.
Etwa in der Zeitschrift Contacts wird die Situation von Frauen in vielen verschiedenen Ländern geschildert und kritisiert – nur in Bezug Afghanistan wird die Religion der Frauen miterwähnt, in Lateinamerika nicht, wo vielen Frauen sowohl die Familien – als auch die Erwerbsarbeit überlassen wird. Der Machismo wird als Problem erkannt, für seine Herkunft werden aber keine Erklärungen angeboten.
Es mag ein Hinweis auf das Vakuum einer Wohlstandsgesellschaft sein, dass wir mit Belanglosigkeiten wie Kopftuchmoden unsere Gerichte beschäftigen. Vielleicht ist dies aber auch ein deutlicher Hinweis auf zunehmende Unsicherheitsgefühle in einer beängstigenden rasanten Weltentwicklung, die wir nicht durchschauen. Es gibt historische Vorbilder für die Verweisung eigener Probleme auf eine markierte Gruppe – eine solche waren etwa die Juden hier und die Armenier in der Türkei. Während wir also vor unseren medial verblendeten Augen die Schaffung eines „Sündenbocks“ hinnehmen, werden in der Welt und bei uns von ganz anderen Kräften irreversible Fakten geschaffen.
Es bringt auch nichts, den weit verbreiteten Informationsausschnitten weniger verbreitete Fakten aus der sog. islamischen Welt gegenüberzustellen – etwa die von sehr hohen Studentinnenzahlen im Iran, von dreimal so viel Professorinnen in der Türkei wie in Deutschland, von weiblichen Regierungschefinnen in Bangladesch, Pakistan und Fernost. Denn alles verbleibt in zwei festgefahrenen Schemata: 1. das Klischee von der „Eroberung der Männerdomänen als Zeichen für Emanzipation“ lässt die Emanzipation der Männer einfach aus. 2. das Schema „Anklage und Verteidigung des Islams“ verbleibt eben bei der Verweisung – der Projektion – allgemein relevanter Fragestellungen auf diesen. Auch unbewusst ein geschickter Schachzug zum Erhalt der eigenen Ordnung. (…)
Allerdings gibt es ja tatsächlich genügend brisante Fakten in bzw. aus der sog. islamischen Welt – und durchaus auch im Zusammenhang mit Terror und Gewalt. Diese wirken als vermeintlich plausibler Beweis von Aggression und Expansionismus nur dann, wenn man den historischen und aktuellen politischen Kontext ausblendet. Die meisten Bewegungen gibt es schon länger als ihre „islamische“ Begründung. Erst in den letzten Jahren setzen sich zunehmend die Sichtweisen von Extremisten durch, während die Konflikte schon vorher da waren und – wenn wir uns genau erinnern – anderen Ursprungs waren.
Wenn wir nicht die Auswahlkriterien der Berichterstattung reflektieren, dann drängt sich der Verdacht eines Zusammenhangs zwischen Islam und Gewalt zunehmend auf – aber nur dann. Wenn wir flächendeckend über terroristische Bombendrohungen und Anschläge erführen, sowie von allen Selbstmordattentaten weltweit, dann ließe sich die Behauptung nicht mehr halten, hierfür sei der Islam an sich oder auch nur sein Missbrauch verantwortlich. Allein das Beispiel der vielen Selbstmordattentate, die von Tamilen in Südindien verübt werden, bezeugt, dass hier keine Monokausalität vorliegen kann. Inzwischen ist aber „Islamisches“ zum Nachrichtenwertfaktor geworden und dies führt zu einer verstärkten Auswahl und Präsentation von Ereignissen, an denen Muslime beteiligt sind.(…)
Es geht hier nicht darum, die Auswüchse von Gewalt bestimmter Gruppen wo auch immer gutzuheißen – ganz im Gegenteil, es muss darum gehen, nicht beim Starren auf einzelne solcher Fakten stecken zu bleiben, sondern einen Überblick über alle Akteure terroristischen und machtpolitischen Handelns zu bekommen. Dann wird deutlich, wo in der hierarchischen Weltordnung die Verantwortlichkeiten liegen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Umdeutung des Begriffs „Asymmetrie“. Während eindeutig eine asymmetrische Weltordnung dahingehend vorliegt, dass hochgerüstete, gut organisierte Staaten verbündet mit den Interessen großer Konzerne vorgeben, was Thema und was Sache ist, können andere weniger gut organisierte Staaten und Gruppierungen darauf nur reagieren – wenn überhaupt.
Mächtig sind nicht terroristische Organisationen oder Einzeltäter, indem sie ganz nach Manier von Verzweiflungstätern noch den Rest auch eigener Infrastruktur zerstören. Mächtig sind die Drahtzieher des Great Game, der großen Weltpolitik – dennoch wird die Bezeichnung „asymmetrischer Krieg“ zunehmend zur Rechtfertigung des militärisch-hochgerüsteten „Kriegs gegen den Terror“ verwendet, als wären die Gegner in der Übermacht. Hier findet eine Umkehrung der Bedeutung statt – aus Reagierenden und teils Ohnmächtigen werden plötzlich Potentaten. Die vorliegende Asymmetrie sollte die tatsächlich Mächtigen desavouieren, nicht die vermeintlichen.
Die Fokussierung auf einen Teil der relevanten Fakten ist Teil einer großen Ablenkungsstrategie, die bestimmten Kräften in die Hände spielt. Die auszumachenden Verwirrspiele durch gezielte Informationsstreuung selektierter Fakten vernebelt unsere Sinne und erschwert es zu erkennen, was wirklich wichtig ist. (…)
Kein Grund also, sich zurückzulehnen – das Gefühl eines erreichten hohen zivilisatorischen Standards gab es bereits im 19. Jahrhundert in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen. Die beiden Weltkriege und der Holocaust sind danach passiert und Krieg herrscht nach wie vor und wird derzeit verstärkt von den „zivilisierten“ Mächten weiter vorangetrieben, wie Dokumente neokonservativer Kreise über das „New American Century“ belegen, wo perfiderweise von der „Reinstallation der Verteidigungskapazitäten“ gesprochen wird.
Auch China und Russland nutzen den Kulturkampf, um von nicht ganz legitimen Methoden ihrer Machtsicherung abzulenken.
Hier also ein erster Hinweis, wovon denn die Debatte über Islam und Muslime ablenken soll? Die weiche Wertediskussion, die naturgemäß und auf immer unbeendet bleiben muss, ersetzt erfolgreich eine Diskussion und ein Entgegenstellen gegen harte politische Fakten, die im Windschatten von Leitkulturdebatten und Antiterrorkampf geschaffen werden. So etwa die Aufrüstung: Die Ausweitung militärischer Potenziale ist u.a. angelegt im Text der neuen EU-Verfassung, der Nato-Doktrin von 1999 sowie durch die Pläne für den neuen Bundeshaushalt, der die Aufstockung des Militärhaushalts vorsieht.
Das ist aber keine Zukunftsmusik, denn während man vor ungebauten „islamischen“ Atombomben warnt, schreitet die atomare Verseuchung durch bereits eingesetzte Uranmunition auf dem Balkan und im Mittleren Osten fort – neuestes Einsatzgebiet wird der Südlibanon gewesen sein, was eine Kontamination der umgebenden Länder wie Syrien und Israel in Kauf nimmt. Hier werden die tatsächlichen Bedrohungen für die gesamte Menschheit deutlich. Kurzfristige militärstrategische Verblendung mit nicht mehr gut zu machendem Schaden für uns alle, bei Halbwertzeiten von 4,5 Mrd. Jahren. Wir sitzen alle im gleichen Boot der Bedrohung durch langfristige radioaktive Bestrahlung – um nur auf eine Art der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen einzugehen.
Aber auch von Harmloserem wird erfolgreich abgelenkt. Warum verheimlichen uns unsere Wirtschaftspolitiker das längst bekannte Faktum des „jobless growth“? „Wachstum ohne Arbeit“ ist keine neue Erkenntnis wirtschaftswissenschaftlicher Forschung und bezeugt, dass Wirtschaftswachstum und das Schaffen von Arbeitsplätzen nicht in Korrelation stehen. Durch die Globalisierung von Hierarchien wird vor allem die massenhafte Armut gefördert, während einige wenige horrende Gewinne abschöpfen – hier sind andere Wege möglich, die wir aber nicht beschreiten sollen.
Die Verantwortung für die daraus entstehenden Unzufriedenheiten übernimmt angesichts der Wirtschafts-Propaganda aber der einzelne für sich und ist unbewusst froh, wenn er seinen Frust entlastenderweise einem anderen – vielleicht einem Ausländer? – in die Schuhe schieben kann. Wenn wir nicht erfahren, dass durch europäisch-subventioniertes Obst und Gemüse derzeit lokale Märkte in Afrika zerstört werden, weil die Bauern ihre Produkte nicht mehr verkaufen können, dann erscheinen die Bootflüchtlinge in einem anderen Licht.
Überhaupt wird uns verheimlicht, dass täglich mehr Geld von der dritten in die erste Welt fließt als umgekehrt. Auch im Boot wirtschaftlicher Ausbeute sitzen wir alle gemeinsam, auch wenn man uns gar noch erfolgreich gegeneinander ausspielt.
Falls aber der einst gebildete Bürger europäischer Staaten doch noch erkennt, wo die richtigen Zusammenhänge liegen, ist vorgesorgt, damit von dessen demokratischen Handlungsmöglichkeiten keine Gefahr für das Funktionieren des profitmaximierenden Systems ausgeht. In der Schweiz entwickelt sich eine Pseudodirekte-Demokratie durch die faktische Unterordnung des Landes unter die WTO. Die umstrittene EU-Verfassung fördert auch nicht gerade demokratische Strukturen – es fehlt eine Gewaltenteilung, wie auch jetzt schon.
Durch die Abschaffung wichtiger Bürgerrechte in den USA und bei uns wird seit dem 11. September 2001 verstärkt das Potenzial für einen Überwachungsstaat geschaffen. Von Kameravorrichtungen etwa an den Autobahnbrücken in Deutschland spricht zwar niemand und diese können natürlich auch zur Regulierung des Verkehrs dienlich sein, sie erinnern aber bereits jetzt erschreckend an die Visionen George Orwells in seinem Buch „1984″. Zu glauben, dass derlei Kontrollmöglichkeiten der freien Bewegung kein Problem seien, wenn man eine weiße Weste habe – sprich ein „Weißer“ sei – ist eine Naivität, die jede historische Erfahrung ignoriert. Wir sitzen tatsächlich alle im gleichen Boot – der politischen Entmündigung.
Darüber sollten auch keine Themenstellungen hinweg täuschen, die derzeit so beliebt sind, wie etwa ob „Islam und Demokratie“ oder „Islam und Freiheit“ vereinbar seien. Die Fokussierung des Islams in den genannten Kontexten suggeriert, dass eine Bedrohung von Demokratie und Freiheit „nur dort“ – also möglichst weit weg – gegeben ist. Angesichts dessen, was sich im Kleinen und im Großen abspielt, muss man auch die teils gut gemeinten Initiativen, die versuchen Differenziertheit in die Debatte zu bringen, als Beschäftigungstherapie entlarven. Sie helfen dabei, Ängste und Bedenken umzulenken, statt sie für gesellschaftliche Verantwortung nutzbar zu machen. Ein klassischer Fall von Projektion eigener Probleme auf eine vermeintlich andere Gruppe, negierend, dass die Mehrheit aller Menschen – auch die in der sog. islamischen Welt und auch die hier bei uns lebenden Muslime – die leichen Wünsche in Bezug auf (Meinungs-)Freiheit und (Bürger-)Rechte haben, dass andere sie ihnen verweigern und uns bald auch.
[aus dem DAVO-Mitgliederforum vom 6.10.2006]
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Von Yasin Alder, erschienen am 1.12.2009 in der Islamischen Zeitung (Auszug):
In der Wahrnehmung weiter Teile der Mehrheitsgesellschaft sind Islam und Muslime in Deutschland noch immer etwas fremdes; etwas, das noch nicht wirklich als zu Deutschland gehörend, als Normalität betrachtet wird. Der Islam wird noch nicht als einheimische Religion betrachtet. (…)
Ahmad Gross von der Islamischen Gemeinschaft am Park Sanssouci (IGAPS) in Potsdam, einer Gemeinschaft mit hohem Anteil deutschstämmiger Muslime, gibt zu bedenken, dass man als Muslime zunächst einmal sich ganz grundlegend über seine Absichten klar werden muss: „Wir müssen als Muslime immer wieder unsere Absicht reinigen und auf das Höchste fokussieren. Was ist die Absicht (Nijjat), der Sinn unseres Lebens, unseres Hierseins in Europa?“ Die Anbetung des Schöpfers und die Versorgung der Familie gehörten selbstverständlich zu den wichtigsten Aufgaben eines Muslims. Ahmad Gross sieht aber noch andere Aufgaben für hier lebende Muslime: Ein Muslim sollte „nach den pflichtgemäßen Akten der Anbetung wie Gebet oder Zakat zusätzlich auch jenen Nichtmuslimen um ihn herum, die etwas brauchen, von seinem nützlichen Wissen, von seiner Glaubens-Fülle, von seinem Reichtum etwas anbieten“, sagt Gross. (…)
Die Sprache des neuen Heimatlandes zu erlernen, stelle eigentlich schon aus islamischer Sicht eine Selbstverständlichkeit dar, da dies einer prophetischen Aufforderung entspriche, und sollte eigentlich von der Mehrheitsgesellschaft nicht erst noch eingefordert werden müssen, meint Gross. „Als Muslime haben wir einen entscheidenden prophetischen Wissens- und Verhaltensvorsprung. Muslime haben eigentlich gar keine Forderungen an Nichtmuslime; wir haben ein Angebot für sie. Und die Hand, die gibt, ist über der Hand, die nimmt, wie es im Hadith heißt“, fasst er zusammen.
Auch die deutsche Muslimin Silvia Horsch aus Berlin sieht als wesentliches Merkmal einer islamischen Identität an erster Stelle den Bezug zu Allah. „Das ist der größere Maßstab, an dem man sich ausrichtet, statt an Menschen, von denen man meint, dass sie die eigene Gruppe darstellen. Man sollte das nicht verwechseln mit einer kulturellen Zugehörigkeit, die ohnehin immer sehr stark konstruiert ist – und im Falle einer türkischen oder arabischen Kultur in Deutschland noch mehr konstruiert ist, da sie sich ja außerhalb der jeweiligen Länder befindet“, meint die promovierte Islamwissenschaftlerin. „Wenn man sich von diesem Leitkultur-Gerede beeinflussen lässt und die deutsche Gesellschaft als etwas vermeintlich homogenes wahrnimmt, das sich letztlich gegen den Islam stellt, dann wird einem die Entwicklung einer hier verwurzelten islamischen Identität kaum gelingen. Wenn man dies aber als Konstrukt erkennt und sieht, dass die deutsche Gesellschaft ja auch in sich sehr unterschiedlich ist, dann kann man in diesem ‘Patchwork-Teppich’ seinen legitimen Platz finden.“ Häufig werde so getan, als sei es eine völlig neue Situation, dass Muslime als Minderheit in einer mehrheitlich nichtmuslimischen Gesellschaft leben, doch habe es das historisch schon immer gegeben. Man sollte dies eher als etwas normales Ansehen und als eine Bereicherung, meint Horsch. „Wenn man sich als Muslime in der Minderheit beispielsweise in Fragen wie die von Halal und Haram zu sehr hineinsteigert, sodass es zu einem Abgrenzungsmechanismus führt, dann kann es auch negative Auswirkungen haben, auch wenn es im Grunde etwas positives ist.“
(…) In der Öffentlichkeitsarbeit der Moscheen sollte das Islamische im Vordergrund stehen und nicht das Kulturelle – es geht um muslimisch-nichtmuslimische Begegnungen und nicht türkisch-deutsche oder arabisch-deutsche. Dies müssen auch die Verbände endlich realisieren, denn sonst wird der Heimischwerdung der Muslime ständig entgegengearbeitet.
Man könnte vieles aufzählen, aber letztlich ist es eine Frage der inneren Haltung – versteht man sich zuerst als Muslime, die in Deutschland leben und ansässig sind, oder steht an erster Stelle die Herkunftsnationalität oder -ethnizität? Es ist eine Frage der Prioritäten. Dabei ist ganz klar, dass vor Allah das Muslimsein das entscheidende Kriterium ist.
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Das Ausmaß, mit dem sich Blackwater-Leute US-Medienberichten zufolge an den geheimsten der geheimen CIA-Operationen tatkräftig beteiligt haben, löst in der amerikanischen Politik und bei Experten dann doch Bestürzung aus.
Die New York Times berichtet, dass die Söldner der privaten Sicherheitsfirma dem US-Geheimdienst bei den heikelsten Jobs, die es zu vergeben gibt, treu zu Diensten waren : Geheime Razzien und Operationen im Irak und in Afghanistan, zur Verhaftung und Tötung von Aufständischen, mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen. Aktionen also, zu denen sie rein rechtlich überhaupt nicht engagiert werden durften. (…)
Nach Aussagen ehemaliger CIA-Mitarbeiter wurden die gemeinsamen Operationen so zur Routine, dass die Grenzen verschwammen, wer was zu tun hatte und wer was tun durfte. Ein früherer CIA-Mann in leitender Position sprach sogar von einem „brüderlichen Verhältnis“ zwischen CIA und Blackwater. Im Chaos der Missionen wurden die einzelnen Aufgaben nicht mehr trennscharf wahrgenommen. „Es entstand das Gefühl, dass Blackwater letztendlich als eine Nebenstelle oder Abteilung der CIA gesehen wurde.“
(Quelle: Süddeutsche Zeitung)
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Scheich Yusuf Al Qaradawi stellt in seiner Fatwa datierend vom 2. März 2009 einführend fest, dass keinerlei Beweise für die Verpflichtung, geschweige denn eine Empfehlung für weibliche Genitalbeschneidung bestünden, weder im Koran, noch der Sunna, noch im Konsens der Gelehrten (Idschma’), noch im Analogieschluss (Qias). Allerdings sei die weibliche Genitalbeschneidung in der Vergangenheit generell als erlaubt angesehen worden. Es gelte aber im islamischen Fiqh (Theologie) als unbestritten, dass auch vorerst als erlaubt betrachtete Angelegenheiten zum Teil oder zur Gänze verboten werden können/müssen, wenn erwiesen werde, dass sie zum Schaden der Menschen führten. Denn was Allah erlaubt, dies soll den Menschen weniger Schwierigkeiten bringen: „Allah will es euch leichter machen…“ (Koran 4:28). In weltlichen Angelegenheiten sei der Rat der Experten in den jeweiligen Fragen einzuholen.
Nach der oben zusammengefassten Einführung stellt Scheich Qaradawi in seiner Fatwa folgendes fest:
… Da die sachliche Untersuchung durch neutrale Experten und Spezialisten, die nicht ihren eigenen Interessen, noch Begehrlichkeiten anderer folgen, bewiesen hat, dass die weibliche Genitalbeschneidung in ihren vorhandenen Formen dem weiblichen Geschlecht körperliche und psychische Schäden zufügt und das eheliche Leben der Frauen stark beeinträchtigt, muss dieser Brauch gestoppt werden, um diesen Schaden zu vermeiden. Die Begründung, warum wir in diesem Punkt den alten Gelehrten widersprechen, liegt darin, dass zu ihrer Zeit nicht unser jetziger Informationsstand und detailliertes Wissen vorlagen. Es gilt: Die Fatwa ändert sich mit der Änderung von Ort, Zeit und Umständen. Und hätten die Gelehrten vor uns das erfahren, was wir jetzt wissen, hätten sie ihre Meinung geändert, da sie immer nach Wahrheit strebten.
Basierend auf der obigen Erklärung halten wir fest, dass die jetzt praktizierte weibliche Genitalbeschneidung ohne jegliche gerechtfertigte Begründung eine unerlaubte und islamisch verbotene Sache ist. Diese ist als „Änderung der Schöpfung Gottes“ zu betrachten, die ein von Gott verbotenes Werk des Teufels darstellt. Es gibt keine Erlaubnis Gottes diesbezüglich.
Der bescheidene Diener Allahs,
Yusuf Al-Qaradawi
Historische Bedeutung der Fatwa
Die historische Bedetutung dieser Fatwa liegt darin, dass zwar die prinzipielle Ablehnung von FGM durch Scheich Qaradawi seit der Azhar Konferenz im November 2006 vorhanden war, in der Formulierung jedoch immer wieder Abschwächungen vorkamen, die einen Auslegungsspielraum öffneten. Mit seiner Stellungnahme am 02. März 2009 schließt der einflussreiche Scheich diese Lücke und setzt somit einen wesentlichen Schritt in Richtung Beendigung dieser Unsitte.
In dem über 90 Minuten dauernden Gespräch mit Rüdiger Nehberg und Tarafa Baghajati wurde Scheich Qaradawi darüber hinaus zur ganz praktischen Konsequenz für den Alltag gefragt. Viele Muslime in jenen Ländern, wo noch immer die weibliche Genitalbeschneidung praktiziert werde seien der vielen Erklärungen und seitenlangen Fatwas zum Thema müde. Der/die einzelne will aus dem Mund der Gelehrten, die das Vertrauen der Bevölkerung genießen, eine Antwort auf die Frage hören: „Soll ich meine Tochter beschneiden lassen oder nicht?“ und zwar ein einfaches Ja oder Nein. Scheich Qaradawi antwortete: „Diese Frage wird von mir mit einem klaren Nein beantwortet: Lass deine Tochter nicht beschneiden!“.
(Kurzbericht von Tarafa Baghajati)
(Weiterer Link zum Thema: „Buchbesprechung: Karawane der Hoffnung von Rüdiger Nehberg und Annette Weber“ bei Meryems Welt)
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Syrien und Israel haben sich zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen bereit erklärt. Doch das israelische Parlament brachte eine Gesetzesvorlage auf den Weg, die eine Rückgabe der Golanhöhen verhindern soll. Mit 68 zu 22 Stimmen beschloss die Knesset am Mittwoch das sogenannte Fortsetzungsverfahren für das Golangesetz, das eine Rückgabe der Golanhöhen schwierig bis unmöglich macht. Damit kann die Vorlage, die von der vorherigen Knesset in erster Lesung genehmigt wurde, vom derzeitigen Parlament weiter beraten und verabschiedet werden. Für die Vorlage stimmten auch Minister der Arbeitspartei wie Verteidigungsminister Ehud Barak, obwohl sie sich offen gegen das Gesetz aussprachen. Hätten sie mit Nein gestimmt, wäre ihr Rücktritt unausweichlich gewesen.
Das Golangesetz sieht eine Volksabstimmung sowie eine Zweidrittelmehrheit in der Knesset für den Fall vor, dass eine Regierung sich im Rahmen eines Friedensvertrages zum Verzicht auf Gebiete verpflichtet, auf die das israelische Recht ausgedehnt worden ist. Mit anderen Worten: Die Bürger sollen darüber bestimmen, ob annektierte Gebiete zurückgegeben werden. Das Gesetz betrifft demnach die syrischen Golanhöhen, aber auch das arabische Ostjerusalem.
In der Regierung ist das Fortsetzungsverfahren äußerst umstritten, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu befürchtete deshalb sogar eine Regierungskrise. Zu erwarten ist jetzt, dass die endgültige Verabschiedung des Golangesetzes auf die lange Bank geschoben wird, wenn sie überhaupt zustande kommt. Die Rückgabe der von Israel 1967 im Verlauf des Sechstagekrieges eroberten und am 14. Dezember 1981 per Gesetz praktisch annektierten Golanhöhen wird von Syrien ultimativ verlangt. Bisher beharrte Damaskus als Vorbedingung für die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Israel auf einer israelischen Verpflichtung zur vollständigen Räumung des gesamten Höhenzuges. Israel dagegen verlangte Verhandlungen ohne Vorbedingungen. (…)
(Quelle: Tagesspiegel)
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So die gestrige Schlagzeile auf SPON:
Die Europäische Union hat ihre Erklärung zur künftigen Stellung Jerusalems deutlich abgeschwächt. Die EU-Außenminister strichen eine umstrittene Passage, die den Ost-Teil als Hauptstadt eines möglichen Palästinenserstaates vorgesehen hatte. Diese Stelle war in Israel auf heftige Kritik gestoßen.
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich mit der abgeänderten Erklärung zufrieden. Er habe zuvor großen Wert darauf gelegt, dass die Formulierung zu Ost-Jerusalem gestrichen werde. Westerwelle sagte: „Das entspricht dem besonderen Verhältnis, das Deutschland und Israel zueinander haben.“ Eine Vorwegnahme der Ergebnisse durch die Erklärung hätte den Friedensgesprächen geschadet. Andere Länder der Europäischen Union wie Österreich, Luxemburg und Finnland hatten an dieser Stelle dagegen eine „klare Sprache“ gefordert. Der österreichische Außenminister Michael Spindelegger sagte, dass man auch „den Finger in die Wunden legen“ müsse, wenn man als seriöser Partner Israels auftreten wolle.
Die Tagesschau meldete u.a. gestern darüber:
Finnlands Außenminister Alexander Stubb kann die Aufregung nicht verstehen. Das sei alles nichts Neues, und der Vorschlag sei hervorragend, meinte der Finne in Brüssel: „Er enthält einige Schlüsselelemente, zu denen wir stehen müssen. Der Siedlungsbau muss aufhören, wir brauchen zwei Staaten und drittens stehen wir zu unserem Bekenntnis zu Jerusalem.“
Ost-Jerusalem war 1967 von Israel erobert worden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte die Besetzung und auch die EU erkennt sie nicht an. Nach ihrem Verständnis gehören Gaza, das Westjordanland und Ost-Jerusalem zu einem künftigen palästinensischen Staat.
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Auszug aus dem gleichnamigen Artikel vom Compassionately Conservative (Autor: loyalbushie):
Es war der größte Triumph seit Bestehen dieses Modetrends: Die „Anti-Islam-Bewegung“, wie sie das rechtskonservative Schweizer Nachrichtenportal „winkelried“ nennt, hatte erstmals in Europa bei einer Abstimmung eine absolute Mehrheit für ein Anliegen verzeichnen können. (…)
Auch so manche permanent mit dem Vergessenwerden kämpfende C-Promis wie „Emma“-Gründerin Alice Schwarzer stiegen erhobenen Hauptes aus der Gruft, um den verdutzten Muslimas zu erklären, dass sie und ihre Gesinnungsgenossinnen deren wahre Bedürfnisse besser kennen als diese selbst – sekundiert von rechtsradikalen Hassblogs, die Schwarzers Angelegenheit zu ihrer eigenen machen und im Hijab das „islamische Hakenkreuz“ zu erblicken meinen. Ob ein NS-Vergleich eine Verharmlosung oder den Ausdruck eines besonders kritischen Bewusstseins darstellt, entscheidet dabei wieder einmal die subjektive Willkür dessen, der sich eines solchen bedient. Solange Ralph Giordano, sozusagen die Claudia Roth unter den Antiislamisten, keinen Einspruch geltend macht, scheint diesbezüglich jedenfalls kaum Unrechtsbewusstsein vorhanden zu sein.
„Islamkritik“ zeichnet sich dadurch aus, dass sie kein nachvollziehbares Ziel kennt, ausschließlich von wechselseitiger Selbstbestätigung der Akteure untereinander lebt und jeden ernsthaften und unvoreingenommen Dialog als „Dialüg“ ablehnt, zumal mal den Andersdenkenden, sollte er die eigene vorgefasste Meinung nicht bestätigen können, immer noch der „Taqqiya“ zeihen und damit wieder an den gewünschten Pranger stellen kann. Egal, welche Position Muslime einnehmen: Aus Sicht der „Islamkritiker“ ist sie immer Beweis für die Richtigkeit der eigenen Wahrnehmung und für die abgrundtiefe Bösartigkeit ihrer Gegner.
Die „Islamkritiker“ meinen, den Islam besser zu kennen als die Muslime selbst, ziehen den Bogen vom Kopftuch über die Genitalverstümmelung bis zum Ehrenmord und beherrschen die Technik des Copy&Paste aus Koranübersetzungen, sind aber nicht einmal in der Lage, zwischen vorislamischen, heidnischen Relikten auf der einen und im islamischen Recht fundierten Auffassungen auf der anderen Seite zu unterscheiden, geschweige denn, begründen zu können, warum negative Erscheinungen (zB Jugendkriminalität), die sie meinen, vorwiegend an Menschen mit muslimischem Hintergrund entdecken zu können, ihre Basis im Islam haben sollen. (…)
Wer denkt, Angehörige einer Kultur, von der er den Eindruck hat, sie würde komplizierte Ehrenkodizes kennen und ein zu hohes Maß an „Empfindlichkeit“ an den Tag legen, zur kritischen Selbstreflexion zu bewegen, indem er ihr mit dem ausgestreckten Mittelfinger und Pöbeleien auf Gossenniveau begegnet, ist entweder abgrundtief dumm oder aber er strebt bewusst eine Eskalation an. (…)
Dass es die Guten, die Wächter der Zivilgesellschaft, die Bewahrer des emanzipatorischen Erbes und die Hüter der Aufklärung sein sollen, die im öffentlichen Raum Sätze wie „Ein Kopftuch weniger“, „Diese Kopftuchschlampe ist doch selbst schuld, hätte sie nicht so viel provoziert, wäre sie noch am Leben“ oder „Wir haben genug von anatolischen Analphabeten, die sich nicht um die Ausbildung ihrer Kinder scheren“ fallen lassen, hat etwas Realsatirisches an sich, das zu ersinnen selbst das bluthilde-Blog seine Schwierigkeiten hätte.
Und in der Tat erinnert das, was seitens der „Islamkritiker“ als „Integrationsleistung“ von den Muslimen verlangt wird, teilweise an totalitäre Gedankenkontrolle oder zumindest eine Aufforderung zur vollständigen Unterwerfung unter das fremde Wertesystem des säkularen Humanismus. Das „Memorandum Entislamifizierung“ der „Bürgerbewegung Pax Europa“, in dem unter anderem gefordert wird, jedwede „Propaganda für den Islam“ zur „Volksverhetzung“ zu erklären, Kopftücher zu verbieten oder Straftäter zu „Entislamifizierungskursen“ zu verdonnern, ist nicht etwa parodistisch gemeint. (…)
Einigen „Islamkritikern“ scheint das inquisitorische Gehabe ihrer Gesinnungsgenossen langsam unheimlich zu werden: So zeigt sich das rechtskonservative Schweizer Nachrichtenportal „winkelried“ not amused darüber, dass sich das vorwiegend in Deutschland gelesene Hassblog „Politically Incorrect“ (PI) zum geistigen Wegbereiter des Schweizer Abstimmungsergebnisses aufschwingt.
Die Scharfmacherei gegenüber der unterlegenen Gegenseite, die von PI und ähnlichen Blogs betrieben wurde, passte so gar nicht in die politische Kultur der Eidgenossenschaft, was „winkelried“ dazu veranlasste, die Frage aufzuwerfen, wie es denn um die Lösungskompetenz seitens der genannten Einpeitscher bestellt wäre:
„Aber jedem Musulmane wird mit einem Koranzitat – dass er wahrscheinlich nicht einmal selbst kennt – unterstellt, er sei ein potentieller Terrorist. Genauso intelligent ist es, jedem Autofahrer die Unfallstatistik unter die Nase zu halten und ihn als potentiellen Mörder zu bezeichnen. Oder jedem Deutschen ein Zitat aus “Mein Kampf” vorzulegen und ihm vorzuwerfen, er sei ein Nazi. Und was bieten denn die “menschenrechtsorientierten”, antifaschistischen Antiislamisten für eine Problemlösung an? Ausgrenzung, Rückschaffung, Internierung, Vernichtung? Entweder bekennen sich diese inversen Gutmenschen irgendwann zu dieser Variante oder sie geben ehrlich zu, dass sie gar keine Lösung haben.“ (…)
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In Gedenken - Inna lillah, wa inna ilaihi radschi’un


