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Artikel aus der taz vom 6.11.2009 (Auszug):

50.000 Euro hat die Panzerglasscheibe gekostet, die Alex W., den mutmaßlichen Mörder der Ägypterin Marwa El Sherbini, vor seinem Attentäter schützen soll. Vor einem Angreifer aus den Tiefen des Internets. Da zumindest will ihn das sächsische Landeskriminalamt (LKA) gefunden haben. Und Spiegel Online hat den Fund am 25. 10. unter dem Titel „Mordaufruf zur Rache für Marwa“ verbreitet. (…)

Die Informationen stammen anscheinend vom sächsischen Landeskriminalamt (LKA). Denn das, so schreibt Spiegel Online, habe die im Sommer eingestellte Drohung ausgewertet und gehe laut Ermittlungsakten insgesamt von „einer Bedrohungssituation“ aus. Die LKA-Analysen seien auch der Grund für die strengen Sicherheitsvorkehrungen beim Prozess.

Aber wer ist eigentlich dieser ominöse und offenbar so gefährliche Scheich? Eine kurze Internetrecherche und eine Anfrage per E-Mail an Scheich Ihab Adli Abu Al-Madschd genügten, um Kontakt aufzunehmen. Sechs Tage später entschuldigte sich der Scheich am Telefon für die lange Verzögerung. Er checke nur alle zehn Tage seine E-Mails. Aber selbstverständlich sei er bereit zu einem Treffen, um die Angelegenheit noch einmal zu erklären. Bei der einstündigen Audiobotschaft auf einer der Internetseiten der radikalen Islamisten handle es sich eigentlich um eine Freitagspredigt, die er in einer Moschee in Tanta, einer Provinzstadt im Nildelta, im Sommer gehalten hat. Den Namen der Moschee will er aus Sicherheitsgründen nicht nennen. (…)

Er hat kein Problem damit, seinen Mordaufruf noch einmal zu wiederholen. Hier gehe es um einen vorsätzlichen Meuchelmord an einer Muslimin, sagt er. Dafür sei in der Scharia, dem islamischen Recht, die Todesstrafe vorgesehen. (…)

Starke Worte. Aber wie viel Gewicht hat eigentlich ein ägyptischer Provinzscheich, der seine in einer kleinen Moschee im Nildelta gehaltenen Predigten ins Internet stellt? Sein ebenfalls ins Internet gestellter Lebenslauf besagt lediglich, dass er Maschinenbau sowie mehrere Jahre in Saudi-Arabien den Koran studiert hat und diesen auswendig kann. Ein offizieller Abschluss als islamischer Rechtsgelehrter wird dort nicht erwähnt. (…)

Ein Anruf bei Dia Raschwan, Ägyptens prominentem Experten für militanten und radikalen Islam, beim Al-Ahram-Zentrum für Strategische Studien – das gleiche Resultat: „Ich erforsche die ägyptische Islamistenszene nun schon seit Jahren, aber von diesem Mann habe ich noch nie gehört“, sagt Raschwan. „Wir erleben in Ägypten eine Welle des radikalen Islam, aber dieser Scheich spielt dabei keine Rolle“, fügt er hinzu. Die Einzigen, die ihn bekannt machten und ihm eine Plattform gäben, seien die Medien in Deutschland“, beklagt der ägyptische Islamistenexperte.

Sind das sächsische LKA und Spiegel Online einem fundamentalistischem Schaumschläger aufgesessen? Zumindest ein hochrangiger islamischer Rechtsgelehrter der Islamischen Azhar-Universität, eine der wichtigsten Autoritäten im sunnitischen Islam, hat schon einmal von Scheich Abu al-Madschd gehört. „Dieser Mann ist ein unbedeutender Imam in einer vollkommen unbedeutenden Moschee in einem unbedeutenden Dorf, fernab des Zentrums Islamischer Rechtsprechung“, lautet Scheich Farahat al-Monguis vernichtendes Urteil. Strafen könnten im Islam nicht einzelne Personen oder irgendwelche Scheichs verhängen, das bleibe einzig und allein einem Richter und einem Gericht überlassen, kontert der islamische Rechtsgelehrte aus Kairo dem Provinzscheich aus Tanta. Sicher heiße es im Islam auch „Auge um Auge und Zahn um Zahn“, aber „das Gericht und die Strafe hängen von Ort und Zeit ab“, erklärt er. In diesem Fall sei das ganz klar: Das Verbrechen müsse nach den Gesetzen und vor den Gerichten des Landes beurteilt werden, in dem es stattgefunden hat. „Und selbst wenn wir als islamische Institution das Recht hätten, zu urteilen“, fügt er hinzu, „würden wir das sicher nicht irgendwelchen obskuren Scheichs in irgendwelchen isolierten Dörfern überlassen.“ Er kenne das Magazin Der Spiegel. „Ich wünschte, sie würden solchen Leuten kein Forum geben“, meint er dazu.

Eine Gefahrenmeldung und ihre Geschichte. Von der Hinterhofmoschee im Nildelta über die virtuelle Autobahn zur Gefährdungsanalyse des sächsischen LKA und wieder zurück ins Internet bei Spiegel Online, um dann über die Deutsche Presseagentur in vielen deutschen Tageszeitungen zu landen. Die medialen Wege der islamischen Rache sind verschlungen und doch kurz. Mancher Scheich, der sich in der virtuellen Welt aufbläst, ist in der realen Welt kein Panzerglas wert. Manchmal reicht es vielleicht einfach, ihn zu hinterfragen.

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Auszug aus einem Interview mit Yahya al-Huthi „Wir wollen keine Diktatur“ aus der taz:

taz: Im Nordjemen wächst die Angst vor einem Flächenbrand, seit die saudische Luftwaffe Angriffe im Grenzgebiet flog. Welche Rolle spielt Riad im Bürgerkrieg?

Yahya al-Huthi: Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh lässt sich seit drei Jahrzehnten von den Saudis unterstützen. Schon im Bürgerkrieg gegen den sozialistischen Südjemen haben saudische Wahhabiten an seiner Seite gekämpft. Das Ziel der Saudis ist es, ihre Staatsdoktrin jenseits der Grenze verbreiten.

Und die schiitischen Huthis kämpfen dagegen?

Wir wehren uns gegen diese Missionierung, schon von Anfang an. Wir können nicht zulassen, dass unser zayditischer Glaube mit Billigung der Regierung unterdrückt wird. Die Saudis wollen unsere Schulen schließen, unsere Bücher verbannen und unsere Moscheen übernehmen. Sie stützen den Präsidenten und machen dabei den Jemen zu einer Drehscheibe des salafitischen Terrorismus.

Die Regierung sagt, Sie wollten einen schiitischen Gottesstaat errichten, mit einem Imam an der Spitze – wie bis zur Revolution 1962.

Wir wollen kein Imamat mehr, die Zeiten sind vorbei. Wir wollen, dass der Krieg aufhört. Aber wir wollen auch keine Diktatur. Saleh regiert seit 31 Jahren. Ist das eine Republik? Eine Demokratie? Wir wollen einen Rechtsstaat, in dem auch die Rechte von Minderheiten garantiert sind.

Es heißt, Sie würden aus dem Iran unterstützt. Führen Sunniten und Schiiten einen Stellvertreterkrieg im Nordjemen?

Das ist Propaganda. Wir sind Zayditen, mit den Schiiten des Irans haben wir wenig gemein. Saleh bringt den Iran ins Spiel, um im Ausland Ängste zu schüren. Und weil er nicht will, dass die Welt sieht, welche Rolle die Saudis im Jemen spielen. (…)

Was ist mit den entführten Deutschen? Die Regierung hat Sie dafür verantwortlich gemacht.

Das war ihr Vorwand, um den Krieg fortzusetzen und im Ausland um Unterstützung zu werben. Wir haben Beweise, dass die Regierung selbst hinter der Entführung der Ausländer steckt. Es gibt Augenzeugen. Außerdem fand die Entführung in einem Gebiet statt, das die Regierung kontrolliert. (…)

Was kann der Westen dagegen tun?

Ich appelliere an Deutschland und die internationale Gemeinschaft, die Saleh mit viel Geld unterstützen: Stellt die Entwicklungshilfe ein! Deutschland gibt dem Jemen in diesem und im nächsten Jahr 79 Millionen Euro. Saleh kauft Phosphorwaffen, Streubomben und chemische Kampfstoffe davon, um sein eigenes Volk zu unterdrücken. Wer dieses Regime unterstützt, macht sich nach unserer Überzeugung mitschuldig.

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Dominierender Subtyp der laufenden [2008/2009] Grippewelle ist A/H3N2. (…) In den vergangenen Jahrzehnten zirkulierten in der menschlichen Bevölkerung Viren der Subtypen A/H1N1 und A/H3N2 sowie des Typs B. Bei schweren Grippewellen mit vielen Toten überwog fast immer A/H3N2. (…) Im Winter 2004/2005 etwa gab es zwischen 12.000 und 15.000 Grippetote in Deutschland. Ein A/H3N2-Subtyp machte mit 54 Prozent den Hauptanteil der am RKI typisierten Isolate aus. Im besonders schweren Grippewinter 1995/1996 (der Anteil des A/H3N2-Subtyps lag bei 55 Prozent) starben zwischen 26.000 und 31.000 Menschen an der Influenza.

Viel scheint also dafür zu sprechen, dass diese Grippesaison [2008/2009] besonders schwer ausfallen könnte. Denn sie begann nicht nur ungewöhnlich früh, es herrscht auch wieder ein A/H3N2-Subtyp vor. Zudem dominierte im vergangenen Winter ein A/H1N1, die Influenza verlief mild und war demgemäß auch kein großes Thema in Deutschland.

(Quelle)

Ich will wirklich nichts mehr von der Schweinegrippehysterie hören. Nur wie macht man das? Augen zu, Ohren zu und das den ganzen Winter? Außerdem ist der Name der Krankheit echt blöd gewählt, denn (eigentlich witzig) langsam geht meine Phantasie mit mir durch und ich muss mir jedesmal, wenn ich davon höre, vorstellen, wie die Leute Schweinenasen und Ringelschwänzchen kriegen. Oink, oink…


Bochum, ich komm zwar nicht aus dir,
häng aber trotzdem an dir,
da die Zeit mit dir sehr schön war.

Glück auf, Bochum!

Auszug aus dem Artikel der Sächsischen Zeitung vom 11.11.2009:

dresdenurteil

Foto: AP

Das Landgericht sprach den Angeklagten am Mittwoch schuldig, die junge Muslimin am 1. Juli aus Fremdenhass mit einem Messer getötet und ihren Ehemann lebensgefährlich verletzt zu haben. Das Schwurgericht erkannte auf Mord und versuchten Mord und stellte zugleich eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis bereits nach 15 Jahren ausgeschlossen.

Das Dresdner Gericht folgte damit den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage, die eine Verhängung der Höchststrafe wegen Mordes und versuchten Mordes gefordert hatten. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Verurteilung lediglich wegen Totschlags im Affekt plädiert. Der 28-jährige Angeklagte Alex W. hatte die Messerattacke gestanden, aber einen Tötungsvorsatz und ausländerfeindliche Motive bestritten. Bis zuletzt zeigte er keine Reue. (…)

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Sächsische Zeitung am 9.11.2009 (Auszug):

Kurz vor dem Jahrestag der Reichspogromnacht haben Unbekannte die Synagoge in Dresden geschändet. Die Mauer zwischen dem jüdischen Gotteshaus und dem Gemeindezentrum wurde auf einer Länge von etwa neun Metern mit mehreren Hakenkreuzen und einem antisemitischen Spruch teilweise in englischer Sprache bemalt, teilte die Polizei mit. „Die Schriftzüge richten sich gegen die jüdische Gemeinde.“ (…)

Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Sachsen, Heinz-Joachim Aris, zeigte sich entsetzt, dass eine solche Tat möglich sei. Die Synagoge wird normalerweise bewacht. „Polizisten patroullieren regelmäßig um das Gebäude“, bestätigte Kathlen Zink, Sprecherin des Landeskriminalamtes. Die Beamten hätten die Tat aber nicht beobachtet, sondern die Schmierereien gestern früh gegen 8.45Uhr entdeckt und danach umfangreiche Spurensicherungen vorgenommen, sagte Zink. Nach ersten Maßnahmen der Dresdner Polizei hat die Sonderkommission Rechtsextremismus die Ermittlungen übernommen. „Das heißt aber nicht, dass wir nur in rechten Kreisen ermitteln, sondern wir schauen in alle Richtungen“, sagt Zink. (…)

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Artikel „Frauen und die islamische Bewegung“ von Yusuf al-Qaradawi:

1. Die Verbreitung von Hardliner-Vorstellungen

Ich muss ganz offen sagen, dass der islamische Aktivismus die Bühne der Verbreitung von Hardliner-Vorstellungen geworden ist, die jetzt die Beziehung zwischen Mann und Frau beherrschen, wobei manche die strengsten Meinungen, die jemals dazu gefunden wurden, übernehmen. Dies habe ich selbst auf vielen Konferenzen und Symposien sogar in Europa und den Vereinigten Staaten gesehen. In den 1970ern besuchte ich in vielen Jahren jährliche Konferenzen der Muslimischen Studentenunion (Muslim Student Union) in den Vereinigten Staaten und Kanada. Sowohl Männer als auch Frauen nahmen an den Vorträgen und Diskussionen teil und hörten den Kommentaren, Fragen, Antworten und Diskussionen zu jedem islamischen Thema zu, einschließlich der akademischen, gesellschaftlichen und politischen Themen. Die einzigen Sitzungen, die nur für Frauen waren, waren jene, die Fragen behandelten, die nur Frauen betrafen.

In den 1980ern jedoch, besuchte ich einige Konferenzen in den Vereinigten Staaten und Europa und bemerkte, dass Frauen von einem großen Teil der Vorlesungen und Diskussionen ferngehalten wurden. Manche Frauen beklagten sich darüber, dass sie die ständigen Vorlesungen über die Rolle und Pflichten der Frau satt hatten und betrachteten die ständige Wiederholungen dieser Vorträge, denen sie zuhören mussten, schon als eine Art Strafe. Ich verurteilte dies bei mehr als einer Konferenz, die ich besuchte und teilte den Organisatoren mit, dass das Dabeisein zum Gottesdienst und zum Aneignen von religiösem Wissen gehört und dass es niemals im Islam Moscheen gegeben hat, die nur für Frauen und andere, die nur für Männer reserviert waren. Zur Zeit des Propheten besuchten auch Frauen die Sitzungen, in denen der Prophet den Muslimen die Religion lehrte. Die Frauen nahmen auch gemeinsam mit den Männern am Freitagsgebet, den beiden Festgebeten und anderen Gemeinschaftsgebeten teil. Sie fragten auch detaillierte Fragen über Frauenangelegenheiten ohne durch ihre Schüchternheit vom Erlernen der Religion abgehalten zu werden. Dies wurde von Aischa (möge Gott mit ihr zufrieden sein) selbst berichtet. Die Bücher der Sunnah sind voll von Fragen, die von Frauen an den Propheten gerichtet wurden und schließt auch Fragen von Frauen ein, die nur sie selbst betrafen und solche von Frauen, die eine Frage im Namen aller Frauen an den Propheten richteten, wie die Frau, die sagte: „Oh Gesandter Gottes, ich wurde zu Dir von den Frauen geschickt …

Frauen baten den Propheten auch, einen gesonderten Tag für sie zu reservieren, an dem sie dem Propheten Fragen stellen konnten ohne von den Männern gestört zu werden. Dies war ein besonderes Privileg, das den Frauen gegeben wurde, zusätzlich zu den öffentlichen Vorträgen, die sie gemeinsam mit den Männern besuchten.

2. Das Problem an der islamischen Frauenarbeit ist, dass es Männer sind, die sie leiten, nicht die Frauen selbst; und Männer achten darauf, dass sie es im Griff behalten, so dass weibliche Führungskräfte nie wachsen können. Männer drängen sich in der islamischen Frauenarbeit auf, sogar bei Frauentreffen, als ob die Schüchternheit zurückhaltender muslimischer Frauen ausbeuten würden und erlauben ihnen nie, ihre eigenen Angelegenheiten in ihre Hände zu nehmen. Auf diese Weise wird weiblichen Talenten nie eine Chance gegeben, ihre Fähigkeiten zu beweisen oder sie können nie durch Fehler in der Schule des Lebens lernen.

Allerdings sind unsere muslimischen Schwestern nicht ganz frei von jeder Mitschuld. Sie haben sich diesem bedauernswerten Zustand selbst unterworfen, indem sie sich mit einem bequemen Leben zufrieden geben, in dem Männer für sie denken und auswählen. Es ist höchste Zeit, dass sie die Initiative ergreifen und die Türen der eigenen Bemühung öffnen. Im letzten Jahr wurde ich zu einem Vortrag vor Studentinnen in Algier eingeladen. Wie es nach solchen Vorträgen üblich ist, nahm ich Fragen von den Mädchen entgegen, die mir in schriftlicher oder mündlicher Form zugeleitet wurden. Einige junge Männer waren anwesend und einer von ihnen nahm die Fragen, sortierte sie aus und gab mir jene weiter, die er fand, dass sie beantwortet werden sollten und ließ jene weg, die seiner Meinung nach nicht beantwortet werden sollten. Ich kritisierte dieses Verhalten und sagte zu ihm: „Warum lässt Du dies nicht eines der Mädchen tun? Warum müsst ihr Männer immer Eure Nasen in die Angelegenheiten der Frauen stecken? Lasst sie tun, was sie wollen und lasst sie die Fragen selbst aussortieren und dann vorlesen , sagte ich. Es war, als ob ich den Mädchen eine schwere Last abgenommen hätte und eine kam schnell nach vorne um die Rolle eines der Männer, einzunehmen.

(Quelle: Islamic News and Information Network [übersetzung aus dem Englischen von Vanessa Steinmayer], gefunden bei „Huda – Netzwerk für muslimische Frauen e.V.“)

von Shulamit Aloni (übersetzt von Ellen Rohlfs), erschienen am 7.11.2009 bei Tlaxcala (Originalartikel: „Only Jews deserve dignity?“):

An einem heißen Sommertag schlendern zwei Grenzpolizeioffiziere durch die heilige Stadt Jerusalem – ohne eine besondere Mission. Irgendwann entscheiden sie, dass es gut und passend sei, ihre Autorität  sich selbst und gegenüber den Palästinensern unter Beweis zu stellen. Die beiden Offiziere gingen weiter und schnappten sich zwei Palästinenser, schrien sie an und verlangten von ihnen, dass sie sie  mehrfach  mit „Ihre Majestät“ begrüßen sollten.

Als nächstes stellten sie sie mit dem Gesicht zur Wand, die Arme und Beine weit auseinander und fuhren fort, die Macht der israelischen Polizei so richtig auszukosten. Sie holten eine Kamera heraus – damit sie einen Beweis für ihre Kollegen haben, die ihnen vielleicht nicht glauben würden. Sie schlugen die Palästinenser  immer wieder auf den Kopf und ins Genick, sie hoben ihre Hemden hoch, zogen ihnen die Hosen herunter, fuhren fort, sie zu schlagen, stießen sie in den Hintern und zeigten diesen Arabern – (arabushim, eine abfällige Bezeichnung,  wie der  verantwortliche Minister für die Polizei sie immer nennt) – wie stark sie sind und wie  gut sie ihren Job als  israelische Grenzpolizei ausführen.

Und so fuhren diese beiden Offiziere fort, ihren Spaß am Beschimpfen, Schlagen, Demütigen  und Fotografieren zu haben. Sie machten so lange, bis sie müde waren und  entschieden dann befriedigt und schadenfroh, ihre Opfer gehen zu lassen.

Solche Misshandlung, begleitet von Fotos und Schadenfreude sollte nicht  ignoriert werden. Ein Vertreter  der Opfer wandte sich an das Büro des Staatsanwalts und verlangte, dass die ehrenhaften Grenzpolizeioffiziere vor Gericht gebracht werden und  wegen Misshandlung, Demütigung und Körperverletzung angeklagt werden.

Nach den Fotos und Zeugenaussagen verdienen diese „Helden“ für die begangenen Straftaten wirklich angeklagt zu werden. Missbrauch der Macht und Körperverletzung, wofür zwei Jahre Gefängnisstrafe oder mehr steht. Außerdem gibt es den Verdacht, dass zusätzliche Straftaten begangen worden sind …

Wie waren wir überrascht: der Staatsanwalt entschied, sich nicht näher mit der Sache zu befassen. Die Antwort war so beeindruckend, dass es gut wäre, sie auf Poster/ Flugblätter zu drucken und zu verteilen, damit jeder  sie sehen kann und dies zur Kenntnis nimmt.

Nach dem Büro des Anwalts: das in diesem Fall vorhandene Material, einschließlich der Videos zeigt tatsächlich ein  „unanständiges Verhalten“ von Seiten der Offiziere. Jedoch wurde in dem in Frage kommenden Fall nur leicht geschlagen, was keinen wirklichen Schaden/ Verletzungen  verursachte. Der Anwalt fand keinen Grund zum Eingreifen und überließ diese Angelegenheit der Polizei, die sie als interne Sache erledigt.

Was für eine ungewöhnliche Antwort. Nun die Polizeioffiziere haben ihren beiden Opfern nicht die Augen ausgestochen und ihnen keine Arme oder Beine abgeschnitten. Und außerdem: ihre Opfer waren nur Palästinenser und deshalb zählen die Misshandlungen und Demütigungen nicht . Die Berufung  über die Entscheidung wurde zu den Akten gelegt und auch vom Staatsanwalt zurückgewiesen …

Was wir hier haben, ist anscheinend eine neue Methode. Die Armee prüft sich selbst und dann will sie uns wissen lassen, wie unschuldig sie ist. Die  Polizei prüft  die Polizeioffiziere, und es kommt heraus, dass jeder in Ordnung sei usw.

Und angesichts der Entscheidung des Staatsanwalts in Bezug  auf diese Sache ( der beiden zusammengeschlagenen Palästinenser), was ja nicht ungewöhnlich ist, glaube ich, wir sollten das Grundgesetz ändern: die menschliche Würde und Freiheit eines Menschen sollte vom Staat nur dann aufrecht erhalten werden, wenn  die Person jüdisch ist; genau wie wir Land haben, das nur für Juden ist und Straßen, auf denen nur Juden fahren dürfen.

Indem das Grundgesetz – wie vorgeschlagen -  modifiziert wird, werden wir wissen, dass „Würde und Freiheit“ im jüdischen Staat nur für Juden reserviert sind.

Schweineblut und Tieraugen

Auszug aus „Schweineblut-Attacke aufgeklärt“ aus der SZ:

Der Angriff mit Schweineblut und Tieraugen auf ein türkisch-deutsches Begegnungszentrum bei Aschaffenburg ist aufgeklärt. Ein 24-Jähriger hat gestanden, dass er die Attacke Ende Oktober mit drei Freunden verübt habe.

Wie die Polizei Würzburg mitteilte, kommen die Tatverdächtigen allerdings nicht aus der ausländerfeindlichen Szene. Vielmehr sollen sie sich über die Baugenehmigung für das Vereinszentrum, in dem es auch einen Gebetsraum geben soll, geärgert haben. Deshalb hätten sie den Anschlag verübt. Sie wurden nach ihrer Vernehmung wieder freigelassen. Haftbefehl wurde nicht beantragt. (…)

Drei Männer beschmierten das Gebäude mit Schweineaugen und Tierblut. Die Polizei war dem Quartett mit Hilfe von Zeugen auf die Spur gekommen. Ein 25 Jahre alter Mann hatte das Schweineblut und die Augen von seinem Arbeitsplatz mitgebracht – er ist in einer Fleischerei beschäftigt. (…)

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